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Die Abteilung "Forschung und Entwicklung" schließt das Autismus-Projekt SARA erfolgreich ab

Ludwigsburg, den 22. März 2016. Die Abteilung "Forschung und Entwicklung" des Animationsinstituts der Filmakademie Baden-Württemberg hat seine Arbeit an dem DFG-geförderten Projekt SARA, das Menschen aus dem Autismus-Spektrum bei der Gesichtserkennung unterstützen soll, erfolgreich beendet. SARA steht beispielhaft für die große Bandbreite der Abteilung, die nicht nur an der Entwicklung von Technologien und Hilfsmitteln für die Unterhaltungsindustrie arbeitet, sondern auch andere Bereiche für die Anwendung animierter Inhalte, wie beispielweise die sozialwissenschaftliche Forschung, für sich erschließt.

Menschen aus dem Autismus-Spektrum haben oft Schwierigkeiten, die Mimik ihres Gegenübers zu erkennen, beziehungsweise emotionale und soziale Signale richtig zu deuten. Ziel von SARA ist es, den betreffenden Menschen zu einer besseren Gesichtserkennung und Einschätzung nonverbaler, mimischer Kommunikation zu verhelfen, und ihnen damit eine empathischere Interaktion mit ihren Mitmenschen zu ermöglichen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden dazu in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg und der Universität Konstanz unterschiedliche Abstraktionsstufen in der Darstellung der Mimik virtueller Charaktere untersucht. Das Mittel der Abstraktion wurde gewählt, um die Vielzahl mimischer Nuancen eines menschlichen Gesichts zu reduzieren und damit die Gesichtserkennung zu vereinfachen. Dabei reicht das Spektrum in der nicht-fotorealistischen Darstellung von der Zeichnung im Skizzenbuchstil über einen Aquarell-Look bis hin zur realistischen Darstellung.

Die einzelnen Kooperationspartner übernahmen in der Durchführung von SARA verschiedene Aufgaben: Während die klinischen Studien in Freiburg und die Bildsynthese-Algorithmen in Konstanz stattfanden (die finalen Studien in Freiburg werden in diesem Quartal durchgeführt), zeichnete das Animationsinstitut unter Federführung von R&D Engineer Dr. Diana Arellano für die Entwicklung der virtuellen Darsteller und der Experiment Software verantwortlich. Nach diversen Veröffentlichungen in Fachmedien und Präsentationen auf internationalen Kongressen wie der SIGGRAPH Asia, steht die Software zur Durchführung der Test Studien von SARA nun zum Download auf der Abteilungswebsite zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um Open-Source Software, die im Rahmen des Projektes weiter entwickelt wurde und nun als Grundlage für weitere Projekte zur Verfügung steht.

Nach Abschluss des SARA Projekts arbeitet die Forschungsabteilung an drei weiteren Initiativen weiter. Dazu gehört das EU-geförderte Kooperationsprojekt DREAMSPACE, in dessen Rahmen Tools und Prototypen entwickelt werden, die die Kombination von Live-Performances, Video-Material und Computer generierten-Bildern in Echtzeit erlauben, und das Projekt "Digitale Darsteller in dokumentarischen Filmproduktionen," das anhand eines Referenztrailers eruieren soll, wie die Mimik und Gestik eines digital erschaffenen Characters so glaubwürdig und lebensecht gestaltet werden kann wie möglich. Außerdem ist die Abteilung als Partner in das industrieübergreifende Projekt "Media Solution Center" involviert, das derzeit am Hochleistungszentrum der Universität Stuttgart (HLRS) exemplarische Ansätze und Applikationen für Industriezweige entwickelt, die auf eine hohe Rechnerleistung angewiesen sind.

Alle aktuellen Projekte des Instituts finden sich auf der Website der Forschungsabteilung:
http://research.animationsinstitut.de/.http://www.filmakademie.de/bewerbung-studium/bewerbung/.

Das Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg ist zuständig für die Ausbildung in den Studienschwerpunkten Animation und Interaktive Medien. Darüber hinaus ist das Institut zuständig für die digitale Postproduktion aller studentischen Projekte der Filmakademie, ist aktiv im Bereich Forschung & Entwicklung und veranstaltet jährlich die FMX Conference on Animation, Effects, Games and Transmedia.