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Jagon und weitere VFX-Highlights: Die Filmakademie im Visual Effects Rausch

Ludwigsburg, 28. Mai 2015. Die Filmakademie Baden-Württemberg verzeichnet aktuell einen steigenden Trend zu aufwendigen Visual Effects Produktionen. In diesem Zusammenhang übernehmen diejenigen Studierenden des Instituts für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion, die sich auf den Bereich der Visual Effects spezialisieren, immer häufiger wichtige Aufgaben in abteilungsübergreifenden Filmprojekten. Ein gelungenes Beispiel für diesen Trend zu VFX-Koproduktionen ist der technisch aufwendige und optisch hochwertige Fantasyfilm Jagon, der gerade fertig gestellt wurde.   

Der Titel des zwanzigminütigen Fantasy-Films bezieht sich auf den Protagonisten selbst: Die Story kreist um den Jäger Jagon, der sich einer Horde von maskierten Kriegern in den Weg stellt - genretypisch kommt es zum großen Showdown. Neben den aufwendigen Kamerafahrten sorgen besonders die spektakulären Visual Effects für ein atmosphärisch dichtes Erlebnis: Jagon bietet mitreißende Action und besticht durch einen Look, der sich an aktuellen Martial Arts Blockbustern orientiert. Die Qualität der Produktion ist umso bemerkenswerter, weil es sich hier eben nicht um einen Hollywoodstreifen handelt, sondern um ein Studentenprojekt. Auch der offizielle Trailer spiegelt dieses hohe Production Value wider und sorgte schon für einige Aufmerksamkeit im Netz.

Jagon entstand als Koproduktion der Abteilung Szenischer Film und des Animationsinstituts, mit Unterstützung des SWR. Aus der Abteilung Szenischer Film besetzen die Drittjahresstudenten Murat Eyüp Gönültas (Regie), Hannes Höhn und Johannes Kunkel (beide Producer) sowie Tony Kopec (Kamera) Schlüsselpositionen. Zugleich bereiten sich die auf den Bereich Visual Effects spezialisierten Viertjahresstudenten des Animationsinstituts, Tobias Müller (VFX Producer) und Julian Weiß (VFX Supervisor), mit Jagon auf ihr Diplom im nächsten Jahr vor. Die Einbindung der Visual Effects-Spezialisten des Animationsinstituts erwies sich als maßgeblich für den Erfolg des Projekts, so Producer Hannes Höhn, dem die Zusammenarbeit der beiden Abteilungen auf Augenhöhe besonders wichtig war. Der Film profitiert zudem enorm von den unterschiedlichen Kompetenzen, die die Studenten beider Abteilungen einbrachten, ergänzt VFX Producer Tobias Müller, der besonders die klaren Teamstrukturen und die hohe Professionalität lobt.   

Da alle Beteiligten hohe Ansprüche an die visuelle Qualität stellten, nahm die Frage nach der perfekten technischen Ausstattung und Implementierung großen Raum ein.  Besonders herausfordernd bei der Produktion erwies sich die einminütige zusammenhängende Plansequenz, die auch im Zentrum der Präsentation stand, die das Team Anfang Mai auf der FMX 2015 hielt. Für diese Sequenz, die aus acht einzeln gedrehten Shots zusammengesetzt wurde, nutzte das Team zunächst zur Planung Motion Capture Aufnahmen, kombiniert mit exakten 3D-Scans des Sets. Später kam bei der Durchführung ein neuartiges Motion Capture Verfahren zum Einsatz, das einen 3D-Scan der Kampfchoreografie erzeugte und schließlich den nahtlosen Übergang der Kamerafahrt in zwei vollständig computergenerierte Shots ermöglichte. Für die technische Implementierung war Yafes Sahin federführend, der im Frühjahr 2015 sein Studium am Animationsinstitut mit der Vertiefung Technical Director erfolgreich abschloss. 

Derzeit ist Jagon eine von mehreren abteilungsübergreifenden Visual Effects-Produktionen, die an der Filmakademie Baden-Württemberg realisiert werden. Dabei nimmt nicht nur die Anzahl der Projekte mit hohem VFX-Anteil zu, sondern auch die Art der abgedeckten Themen, so Andreas Hykade, Leiter des Instituts für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion. Tobias Müller, der am Animationsinstitut die Studienvertiefung Animation/Effects Producer (AEP) belegt, ist derzeit noch an zwei weiteren abteilungsübergreifenden VFX-Projekten beteiligt: Erlkönig (Fertigstellung 2014, Regie: Nico Kreis), einem fiktiven Werbespot in Koproduktion mit der Werbefilmabteilung, sowie The Fantastic Love of Beeboy and Flowergirl (2015, Regie: Clemens Roth), wie auch Jagon eine Koproduktion zwischen der Abteilung Szenischer Film und dem Animationsinstitut. Besonders letzterer Film stellt die Breite des in VFX-Produktionen möglichen Themenspektrums unter Beweis, denn The Fantastic Love of Beeboy and Flowergirl ist ausdrücklich kein Action-Spektakel sondern ein surrealistisch anmutendes Liebesmärchen. Mit seinem besonderen Look erobert der Short gerade die Herzen der Zuschauer und gewann im April sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis in der Sektion Fiktion auf dem 12. Leipziger Kurzfilmfestival KURZSUECHTIG. Derweil steht Jagon die große Festivalreise noch bevor: Das engagierte Studententeam blickt zuversichtlich in die Zukunft und hofft, in Kürze national und international durchstarten zu können.

Das Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg ist zuständig für die Ausbildung in den Studienschwerpunkten Animation und Interaktive Medien. Darüber hinaus ist das Institut zuständig für die digitale Postproduktion aller studentischen Projekte der Filmakademie, ist aktiv im Bereich Forschung & Entwicklung und veranstaltet jährlich die FMX Conference on Animation, Effects, Games and Transmedia.