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Interview Animation/Effects Producing

Seit 2010 wird am Institut für Animation, Visual Effects und Digitale Postproduktion im Studienschwerpunkt Animation die Vertiefung Animation/Effects Producing (AEP) angeboten. AEP ist als zweijähriger Aufbaustudiengang konzipiert und bildet die Studenten gezielt für eine spätere Tätigkeit als Producer mit Spezialisierung auf Animations- und VFX-Projekte aus; der Studienabschluss ist das Diplom der Filmakademie Baden-Württemberg. Bewerber sollten Berufserfahrung im Bereich Produktion mitbringen oder ein entsprechendes Studium im Bereich Medien erfolgreich abgeschlossen haben. Seit Sommer 2014 leitet Produzentin Lilian Klages den Studiengang. Gemeinsam mit Institutsleiter Professor Andreas Hykade beantwortet sie die wichtigsten Fragen für Studieninteressierte.

Zuallererst: Wofür steht Animation/Effects Producing?

Andreas Hykade: Die Studienvertiefung Animation/Effects Producing - kurz AEP - haben wir 2010 am Animationsinstitut eingerichtet, weil die Animations- und VFX-Branche schon seit einigen Jahren dringend nach kompetentem Produktionsnachwuchs mit dem nötigen Spezialwissen sucht. Gerade die erfolgreichen Animations- und VFX-Studios setzen im Bereich Produktion auf Mitarbeiter mit dem entsprechenden Fachwissen, um den internationalen Anforderungen gerecht zu werden. Mit unserem Aufbaustudiengang Animation/Effects Producing begegnen wir den Herausforderungen der Branche, indem wir die Studenten gezielt für die Arbeit als Producer mit Schwerpunkt auf Animations- und Visual Effects Projekte ausbilden. AEP ist zurzeit übrigens das einzige Projektstudium in Deutschland und Europa, das so gezielt Animations- und Effects Producer ausbildet.

An wen richtet sich das Aufbaustudium Animation/Effects Producing?

Lilian Klages: AEP richtet sich an junge, enthusiastische Erwachsene, die ein Studium oder fundierte Praxiserfahrung im Bereich BWL, Medien, Design oder Kommunikation mitbringen. Als angehende Producer sollten Interessenten über organisatorisches Geschick verfügen, kommunikativ sein und sich auf das Abenteuer Filmproduktion einlassen wollen. Idealerweise sollten die Bewerber schon erste Berufserfahrung im Bereich Produktion mitbringen.

Andreas Hykade: Interessierte können sich auf unserer Homepage (www. animationsinstitut.de) weitergehend informieren. Momentan nehmen wir noch qualifizierte Bewerbungen entgegen, unsere Deadline für das Studienjahr 2015/16 ist der 15. August. Potentielle Bewerber können auch gerne über die E-Mail Adresse producer@animationsinstitut.de direkt mit uns Kontakt aufnehmen.

Wie ist das Studium aufgebaut?

Lilian Klages: Bei AEP handelt es sich um einen zweijährigen Aufbaustudiengang, der den Studierenden den direkten Einstieg in das Projektstudium im Schwerpunkt Animation ermöglicht. Im Unterschied zum Grundstudium, in dem alle Studenten der Filmakademie erst einmal gemeinsam die Basics des Filmemachens erlernen, steht im Projektstudium am Animationsinstitut die praktische Arbeit an Animations- und Visual Effects Projekten im Vordergrund. Unsere angehenden Animation- und Effects Producer übernehmen so von Anfang an Verantwortung für ihre Teams und führen im Rahmen ihres Studiums verschiedene Projekte zum Erfolg. Neben dem wertvollen 'Training on the Job' stehen spezielle Veranstaltungen und Workshops zu produktionsrelevanten Themen wie Kalkulation, Terminplanung, Projektmanagement, Teambildung und Vertragsgestaltung auf dem Programm.

Andreas Hykade: Als Teil der Filmakademie ist das Animationsinstitut - und damit auch der Studiengang AEP - eng mit allen auf dem Campus angebotenen Ausbildungsmodulen verzahnt. Neben reinen Animationsfilmen können die Studenten in Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen zum Beispiel auch Realfilme mit hohem VFX-Anteil, Werbefilme oder Interaktive Medien Projekte realisieren. Aktuelle Produktionen mit Beteiligung unserer AEP-Studenten sind zum Beispiel der Animationsfilm "Chocolate Darwin", der im Mai auch auf dem Internationalen Trickfilm Festival gezeigt wurde, und "Jagon", ein szenischer Film mit hohem VFX-Anteil.

Wodurch zeichnet sich das Animationsinstitut als Ausbildungsstätte aus?

Andreas Hykade: Das Animationsinstitut zeichnet sich dadurch aus, dass es den Begriff „Animation“ so weit als möglich fasst. Die Studierenden bringen das gesamte Spektrum des Animationsfilms auf höchstem Niveau zum Ausdruck und erkunden zum Beispiel 2D und 3D Animation, Stop Motion oder auch Animation als interaktives Medium. Die Ausbildung am Animationsinstitut genießt höchste Reputation: Unsere Absolventen werden national und international hoch geschätzt und ihre Filme gewinnen kontinuierlich Preise auf den großen Festivals, vom Short Tiger bis zum Oscar.

Lilian Klages: Das Institut ist in der Branche bestens vernetzt und gewährleistet so beste Startchancen nach dem Studium. Unsere Studenten erhalten schon während ihrer Ausbildung wertvolle Kontakte in die Branche und die Möglichkeit, Praktika bei den weltweit renommiertesten Firmen zu absolvieren. Durch die Praxisnähe unserer Gastdozenten, die unter anderem von Pixar, Disney, aber auch aus den renommierten regionalen Studios kommen, garantieren wir eine Ausbildung, die am Puls der Zeit ist.

Welche beruflichen Chancen bieten sich nach Abschluss des Studiums den Animation/Effects Producern?

Andreas Hykade: Da die internationale Animationsbranche auf den verschiedensten Feldern der Produktion hohen Bedarf hat, sind die beruflichen Chancen exzellent. Für alle, die darüber hinaus unternehmerischen Geist mitbringen, bieten sich nicht nur ökonomisch attraktive Möglichkeiten – viele unserer Studenten haben sich nach dem Studium auch erfolgreich selbständig gemacht. Ein erfolgreiches Beispiel ist Catherine Ackermann, AEP-Absolventin 2014, die nach ihrem Abschluss in Zürich die Produktionsfirma "The Executive Production" gegründet hat. Während ihres Studiums hat Catherine unter anderem den VFX-Short "Wrapped" produziert, der national und international sehr erfolgreich auf Festivals läuft und unter anderem den Short Tiger 2015 und den VES-Award 2014 gewann.

Lilian Klages: Obwohl AEP noch ein junger Studiengang ist, können wir schon jetzt sehr stolz auf unsere Alumni sein - spontan fallen mir noch Iris Frisch und Alexandra Stautmeister als besonders erfolgreiche Absolventinnen ein. Iris Frisch produzierte als ihr Diplomprojekt "Wedding Cake" (2013), ein Animationsfilm der, genauso wie "Wrapped", sehr erfolgreich auf Festivals lief. Direkt nach ihrem Abschluss stieg sie bei Framestore in London als VFX-Production Coordinator ein, ein klasse Karrierestart! Alexandra Stautmeister, die jetzt im Frühjahr 2015 bei uns fertig geworden ist, wurde vom Fleck weg als Produzentin bei Mackevision in Stuttgart engagiert. Wir sehen also, dass die Animations- und VFX-Branche Bedarf an qualifiziertem Produktionsnachwuchs hat und gerne auf unsere Absolventen zurückgreift.

Noch einmal auf den Punkt gebracht: Was bietet AEP seinen Studenten?

Lilian Klages: Mit Animation/Effects Producing bietet das Animationsinstitut eine einzigartige Ausbildung an. Die Studenten können alle Spielarten der Animation entdecken, werden von internationalen Experten betreut, lernen immer am Puls der Zeit an einem Institut, das über State of the Art Equipment verfügt, und können während ihres Studiums sowohl fundiertes theoretisches Wissen als auch wertvolle praktische Erfahrungen in der Produktion sammeln. Wer noch mehr Einblicke erhalten will, sollte sich auf unserer Homepage unbedingt auch unseren Vertiefungstrailer ansehen, in dem unsere aktuellen Studenten über AEP berichten!

 

 

Das Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg ist zuständig für die Ausbildung in den Studienschwerpunkten Animation und Interaktive Medien. Darüber hinaus ist das Institut zuständig für die digitale Postproduktion aller studentischen Projekte der Filmakademie, ist aktiv im Bereich Forschung & Entwicklung und veranstaltet jährlich die FMX Conference on Animation, Effects, Games and Transmedia.