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Studienschwerpunkt Animation

Animation in all ihren Spielarten ist aus Kino, Fernsehen, Internet, Spielen und mobiler Unterhaltung nicht mehr wegzudenken. Animationsbasierte Workflows bilden die künstlerische und technische Grundlage der Unterhaltungsindustrie und - besonders in ihren Echtzeit-Varianten - der gesamten digitalen Kreativwirtschaft. Entsprechend breit gefächert sind die Inhalte im Studienschwerpunkt Animation. Studierende in den unterschiedlichsten inhaltlichen Vertiefungen arbeiten abteilungs- und hochschulübergreifend zusammen und realisieren in praxisnahen Teams auch aufwändige Projekte.

Concept & Art beschäftigt sich mit dem Finden und Gestalten von Ideen. Es geht um Themen, Geschichten und Visuals. Studierende aus dem Studienschwerpunkt Animation entwickeln zusammen mit Studierenden aus dem Studienschwerpunkt Interaktive Medien animationsbasierte Konzepte, Formate und Welten. Der Inhalt steht im Vordergrund, genauso wichtig aber ist die Erzähl- und Darstellungsweise. Ideenfindung und Stoffentwicklung gehören deshalb ebenso hierher wie Charakter- und Produktionsdesign. Anwendungen ergeben sich aus der Idee: ein und dieselbe Geschichte kann Grundlage sein für einen animierten Kurzfilm, eine TV-Serie, einen Kinofilm, ein Computerspiel, eine interaktive Anwendung, ein iPhone-App oder ein anderes animationsbezogenes Format.

Animation & Effects beschäftigt sich mit dem Realisieren von Ideen. Alle Produktionstechniken stehen zur Verfügung: Computeranimation, Zeichentrick, Stopptrick, Echtzeit-Animation und Realfilm. Möglich sind also auch interaktive Anwendungen, etwa die Verwendung von Spiele-Engines zur Prävisualisierung von Animations- und Effekt-Filmen, zur Gestaltung von Machinimas oder für die Entwicklung autonomer Charaktere. In jedem Fall wichtig ist ein praxisnaher Workflow - von der Preproduction mit Concept Art, Storyboard, Layout oder Previz über die eigentliche Produktion bis hin zu Postproduktion und Distribution. Zur Vertiefung Animation & Effects gehören folgende zwei Bereiche:

Studierende mit Interesse an Character Animation erstellen in der Regel animierte Kurzfilme. Diese können eigenständige künstlerische Werke sein oder Übungsfeld für andere animationsbezogene Formate. Im Vordergrund steht die Aufgabe, glaubhafte Figuren zu entwickeln und zum Leben zu erwecken. Gleichermaßen möglich sind aber auch freie, künstlerische, assoziative Arbeiten oder solche, in denen eine bestimmte Technik oder ein bestimmter Workflow ausprobiert wird.

Studierende mit Interesse an Visual Effects kombinieren Realbilder und computergenerierte Elemente zu glaubhaften, fotorealistischen Bildern. Dazu gehört die Gestaltung und Integration von digitalen Sets, Requisiten, Effekten und Charakteren. Es geht um die Gestaltung, Planung und Kalkulation von Effekt-Szenen, Prävisualisierungen, Set Supervision, Aufnahme und Bearbeitung von real gedrehtem Material, Herstellung von computeranimiertem Material, Compositing und Finishing. Dies geschieht in Spiel-, Werbe-, Dokumentar- oder Wissenschaftsfilmen in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Abteilungen der Filmakademie, in Projekten des Animationsinstitutes oder in Drittmittelprojekten für externe Produktionsfirmen.

Animation/Effects Producing (AEP) beschäftigt sich mit dem Producing und der Durchführung von Animations- und VFX-Produktionen. Im Kern der AEP-Ausbildung am Animationsinstitut steht das "Training on the job", sprich: das Lernen durch Projektarbeit. Hierfür gibt es eine enge Verzahnung mit dem Unterricht für Animations-/VFX-Studierende. Zusätzlich gibt es ausgewählte Veranstaltungen zum Thema Budget, Timing, Umsetzung und Workflow bei Animation/Effects-Projekten. Vermittelt werden somit Kenntnisse in Animation, Visual Effects, Postproduktion, Kalkulation, Terminplanung, Projektmanagement, Teambildung sowie problemorientiertes, vernetztes Denken. Studierende dieser Studienvertiefung sind im Team mit einem Regisseur und einem Workflow Supervisor die Hauptverantwortlichen für den Ablauf studentischer Projekte.

Die Studienvertiefung Animation/Effects Producing (AEP) richtet sich an Quereinsteiger ins 3. Jahr des Projektstudiums Animation, die über Berufserfahrung als Producer im Bereich Bewegtbildmedien verfügen, Kenntnisse in den Bereichen Animation oder Effects sammeln wollen und als Teil eines Teams Animations- und Effekt-Projekte unterschiedlichster Art umsetzen möchten. Ebenfalls möglich ist die Bewerbung für Studierende im Studiengang Produktion der Filmakademie, die nach dem Grundstudium den Studiengang wechseln wollen. Gegenstand der Ausbildung ist das Tätigkeitsfeld eines Producers, nicht das eines Produzenten.

Technical Directing verbindet technische Vorkenntnisse mit künstlerischer Arbeit und bietet Absolventen von Informatik-Studiengängen in einem zweijährigen Projektstudium die Möglichkeit, praxisnah in einem Filmteam zu arbeiten oder sich der Entwicklung von Software Tools zu widmen. Durch die Mitwirkung in Produktionsteams lernen sie Probleme zu lösen, mit Setups und Rigs umzugehen, mit Expressions und Skripten zu arbeiten, Lighting- und Texturing-Algorithmen zu verstehen, Shader, Tools und Plug-Ins zu entwickeln, interaktive Anwendungen zu programmieren, Animationsabläufe und andere Arbeiten zu automatisieren sowie Workflows und Produktions-Pipelines festzulegen. Der Bereich Forschung und Entwicklung des Animationsinstitutes bietet ihnen die Möglichkeit, sich aktiv in die Entwicklung neuer Anwendungen einzubringen und sich an Drittmittelprojekten zu beteiligen. Ein Video-Clip der FMX 2013 mit Technical Directing Präsentationen vermittelt Einblicke ins Studium.

Das Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg ist zuständig für die Ausbildung in den Studienschwerpunkten Animation und Interaktive Medien. Darüber hinaus ist das Institut zuständig für die digitale Postproduktion aller studentischen Projekte der Filmakademie, ist aktiv im Bereich Forschung & Entwicklung und veranstaltet jährlich die FMX Conference on Animation, Effects, Games and Transmedia.